Risikogruppe Kradfahrer

risikogruppe-motorradfahrer

Motorradfahrer – die Gruppe der
Verkehrsteilnehmer, die am meisten gefährdet ist“

Die Statistiken über Motorrad-Unfälle sind alles andere als befriedigend. Im Vergleich zum Vorjahr stieg 2011 die Zahl der in Deutschland bei Motorradunfällen Verunglückten und Getöteten dramatisch an. 26.969 Motorradfahrer kamen 2010 bei Unfällen um oder verletzten sich. 2011 waren es 3.695 Personen mehr, also 30.664 Verunglückte oder Getötete.

ablenkungs-icons-motorrad

Bei motorisierten Zweiradfahrern multiplizieren sich die Gefahren- und Gefährdungsquellen. Sie sind, wie Fahrradfahrer, aufgrund ihrer schmalen Silhouette schlecht zu erkennen, aber wesentlich schneller unterwegs. Die Gefährdung durch hohe Geschwindigkeit, aber auch durch schlechte Straßen- und Witterungsverhältnisse, multipliziert sich im Hinblick auf Ablenkungsquellen um ein Vielfaches.

Die Folge sind oft schwere Unfälle, die nicht selten mit dem Tod der Fahrer enden.

Konzentration bitte!

Eine einzige falsche Bewegung genügt und das Motorrad liegt samt Fahrer im Straßengraben oder, noch schlimmer, kollidiert mit einem anderen Fahrzeug.
Das Zweirad reagiert noch viel schneller und intensiver auf die Aktionen des Fahrers als beispielsweise ein Pkw. Ein Schlagloch in der Straße ist für einen Autofahrer bestenfalls unangenehm oder beschädigt das Fahrzeug, der Motorradfahrer kann dadurch in Lebensgefahr geraten.

Deshalb ist gerade hier höchste Aufmerksamkeit gefordert. Andere Verkehrsteilnehmer übersehen häufig den Zweiradfahrer. Deshalb muss dieser noch viel aufmerksamer sein als alle anderen und darf sich auf keinen Fall ablenken lassen!

Welche Faktoren können einen Motorradfahrer ablenken?

Beantworten Sie diese Frage gemeinsam mit Ihren Schülern!

Die hier aufgeführten Fälle und die sich daraus ergebenen Besonderheiten beim Motorradfahren sollen Ihnen dabei helfen.
Berücksichtigen Sie dabei auch Punkte wie elektronische Fahrassistenz-Systeme (Navigationsgeräte etc.) und die Ablenkung durch Mitfahrer.


daumen-hoch

bild-kradfahrer

Situationen, die man nicht beeinflussen kann

Gruppenfahrten

Wenn sich die einzelnen Gruppenmitglieder nicht kennen und unterschiedliche Fahrer und Motorradtypen in der Gruppe zusammenkommen, müssen sich alle Fahrer stark konzentrieren und sich auf das Verhalten der anderen einstellen.

Längsverkehr / Überholvorgänge

… sind auch mit Motorrädern schwierige Manöver. Innerhalb kurzer Zeit muss eine komplizierte mathematische Operation ausgeführt werden, bei der das eigene Beschleunigungsvermögen, die Geschwindigkeit des zu Überholenden und die Annäherungsgeschwindigkeit des Gegenverkehrs bzw. die überschaubare Strecke zu berücksichtigen sind.

Querverkehr

Wenn sich Fahrlinien schneiden, kommt es häufig zu Kollisionen. Eine Studie des GDV zu solchen „gefährlichen Begegnungen“ zwischen Pkw- und Motorradfahrern belegt, dass Querverkehrs-Situationen das Unfallgeschehen dominieren.

Fahrbahnbelag

Das Haftvermögen der Motorräder, der Grip, wird vom Straßentyp und dem Zustand der Oberfläche – wie Sauberkeit oder Feuchtigkeit – bestimmt. Das Fahren auf nasser oder glatter Fahrbahn z. B. verlangt die allerhöchste Aufmerksamkeit des Fahrers.

Fahrbahnverlauf

Der Verlauf einer Straße, z. B. mit vielen Kurven, ist neben der Beschaffenheit des Fahrbahnbelags das zweite wichtige Kriterium für die Wahl einer angemessenen Geschwindigkeit und Grund für schwere Unfälle.


Quellen für die Inhalte dieser Seite:
Statistisches Bundesamt – ifz – Institut für Zweiradsicherheit – DVR | www.motorrad-sicherheitstrainings-auf-der-strasse.de