Risikogruppe „Junge Pkw-Fahrer“

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„Zusammenstoß mit Gegenverkehr –
Während der Fahrt am Autoradio hantiert!

29.11.2012 | Unfall auf der L363 bei Queidersbach im Landkreis Kaiserslautern (Rheinland-Pfalz).
Während der Fahrt am Autoradio hantiert.


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Weil er während der Fahrt an seinem Autoradio herum hantierte anstatt sich auf die Straße zu konzentrieren, hat ein Fahranfänger am Donnerstag auf der L363 im Kreis Kaiserslautern einen Unfall gebaut. Der 18-Jährige aus dem Landkreis fuhr gegen 11 Uhr von Bann in Richtung Queidersbach und geriet in der Kurve am Ortseingang mit seinem Pkw auf die Gegenfahrbahn. Die 48-jährige Fahrerin des entgegenkommenden Wagens wich zwar mit ihrem Opel Astra noch nach rechts auf den Gehweg aus, konnte aber einen Zusammenstoß mit dem Mercedes Benz nicht mehr verhindern.

Die Frau wurde bei dem Aufprall leicht verletzt und kam zur Untersuchung ins nächste Krankenhaus. Beide Fahrzeuge wurden bei der Kollision erheblich beschädigt – vermutlich wirtschaftlicher Totalschaden – und mussten abgeschleppt werden.

Eine Sekunde reicht!

Schon eine Sekunde abgelenkt kann sich katastrophal auf das Verkehrsgeschehen auswirken. Bei einer Geschwindigkeit von 50 km/h legt ein Fahrzeug etwa 14 Meter zurück. Ist eine Vollbremsung notwendig und der Fahrer war nur eine Sekunde abgelenkt, so braucht er 14 Meter zusätzlich, um das Fahrzeug zum Stehen zu bringen.
Bei zwei Sekunden sind das bereits 28 Meter. Vielleicht entscheidende Meter, die einen schwerwiegenden Unfall verursachen können.

Untersuchungen zeigen eindeutig:
Schon geringe Ablenkungen, wie ein konzentriertes Gespräch mit dem Beifahrer, führen dazu, dass man sich nicht mehr hundertprozentig auf das Verkehrsgeschehen konzentrieren kann – die Fehlerquote steigt.

Beifahrer können nerven

Jeder von uns hat schon mal beim Fahren einen Sender im Autoradio gesucht, CDs sortiert, telefoniert, Straßenkarten gelesen, getrunken oder gegessen und sich dadurch vom Verkehr abgelenkt. Auch andere Personen im Wagen haben einen großen Einfluss auf unsere Konzentration beim Autofahren.

Interessant:
Besonders hoch ist das Unfallrisiko – so sagt der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) – wenn ein männlicher Autofahrer einen Geschlechtsgenossen als Beifahrer hat. Sitzt ein Mädchen daneben, ist es nur halb so hoch.

 

Risikofaktor Musik

Natürlich möchte darauf – auch beim Autofahren – niemand verzichten.
Aber: Aggressive, laute und schnelle Musik führt nachweisbar bei vielen Fahrern zu einem rücksichtslosen und risikofreudigen Fahrstil. Eine Studie aus Israel zeigt, dass Studenten mit durchschnittlich sieben Jahren Fahrpraxis bei schneller Musik rote Ampeln übersahen und umso mehr Unfälle verursachten, je schneller der Rhythmus der Musik war.

Beeinflussung durch Ablenkung im Vergleich junger Fahrer mit routinierten Fahrern in Prozent.

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Was lenkt MICH wirklich ab?

Diskutieren Sie mit Ihren Schülern, welche Geräte und Faktoren noch verantwortlich dafür sein können, dass Autofahrer abgelenkt werden.
(Stichworte: Telefonieren, SMS, Musikwahl, Bedienung von Navigationsgeräten, Smartphones: E-Mail, Facebook etc.)

Laut Allianz-Studie besitzen 100 % der jungen Fahrer ein Handy/Smartphone, das sie beim Fahren bedienen.


Quellen für die Inhalte dieser Doppelseite:
PP Westpfalz, „Ablenkung im Straßenverkehr – Schulmaterial BG“, Ablenkung: unterschätzte Gefahr / Dr. Kubitzki, AZT Automotive GmbH 12-05-03